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Orakel international - Benin: Die Wahrsagerei des Voodoo-Priesters

Orakel international - Benin: Die Wahrsagerei des Voodoo-Priesters

Die Orakeltechniken des Voodoo sind sagenhaft – und sehr vielseitig. Wissen muss man zuerst, dass die Religion Voodoo auf dem Kult der sogenannten Loas beruht, der astralen überirdischen Wesenheiten, welche die Elemente beseelen. Sie sind so etwas wie Elementargötter und machtvolle Ahnengottheiten zugleich: Shango ist der impulsive Donner-Loa (wie Thor bei den Skandinaviern), Agwé ist der Wasser-Loa und La Siren ist die Wasser-Loa, Simbi ist der Regen-Loa, und der legendäre verkrüppelte Loa Papa Legba bewacht die Übergänge und Schwellen, er ist der magische Türhüter, der Rituale überhaupt erst möglich macht.


Man betet die Loas im Alltag an, bittet sie um Hilfe und bringt ihnen gutgemeinte Opfer-Gaben, um sie wohlzustimmen, oft Kokosnüsse oder Blumen, manchmal auch Tabak. Grundsätzlich teilt der religiöse Voodoo-Kult die Loas in zwei Kategorien ein: die beliebten Rada-Loa (positive Gottheiten, Lichtgottheiten) und die etwas verruchten Petro-Loa (negative Gottheiten, Dunkel-Götter).

Es gibt recht viele Orakeltechniken im Voodoo, welche den Rada- oder Petro-Loas zugeordnet werden; die gebräuchlichsten Praktiken rufen die Loas selbst an und versuchen, durch rituelle Verschmelzung mit ihrer Energie in die körperlose Nicht-Zeit (den Trance) einzutreten, in dem Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wie ein leichtender Ball als Gesamt geformt sind.

Es gibt jedoch auch andere Techniken, um einen kurzen Blick hinter den Schleier der Zeit zu erhaschen. Speziell die Petro-Loa haben die Fähigkeit, ins Jenseits zu blicken und Kunde aus den Dunkelwelten zu bringen. Die sogenannten Gédé (Toten-Loas) wie Baron Samedi, Baron Lacroix und Maman Brigitte können einen Kontakt zu Verstorbenen herstellen und dadurch wahrsagen, flüstern sich die Gläubigen des Voodoo verstohlen zu.


Sie sollen die uralte Kunst beherrschen, die seit Beginn der Menschheitsgeschichte als Nekromantie (Wahrsagen mit der Hilfe der Toten) beschrieben wird. Hierzu muss sich der Orakelsucher tief in Kommunikation mit diesen dunklen Petro-Loas begeben und ihnen Opfer bringen, die mit Tierfleisch und Blut zu tun haben (hier gründet auch der Mythos vom grundsätzlich „blutigen“ Voodoo – das trifft nur auf einen Teilbereich zu, den der Totenbeschwörung zum Zukunftsblick).

Doch für viele selbst gläubige Anhänger des Voodoo ist diese Tätigkeit zu gefährlich und zu riskant, deshalb bleibt sie verborgen vor neugierigen Blicken…


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