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Orakel in Holland - Zukunftsdeutung aus der Tulpe

Orakel in Holland - Zukunftsdeutung aus der Tulpe

Holland, oder geografisch richtig gesagt, die „Niederlande“ erwecken bei uns sofort das Bild von blühenden Tulpenmeeren im Frühling, von klappernden Windrädern, Holzschuhen, gewaltigen Käselaiben aus Gouda, den berühmten Malern Rembrandt, Rubens und Van Gogh, der geschäftigen Metropole Amsterdam mit ihrem Hafen, und natürlich auch den allgegenwärtigen Fahrrädern.

Doch die modernen Niederlande mit ihrer Geschäftigkeit und ihrem Kommerz, auch mit ihren Problemen und sozialen Brennpunkten haben mit der uralten Kultur der Divination wenig zu tun, auch wenn es selbst heute noch in der Hauptstadt Amsterdam Tausende von Menschen gibt, die sich ihren Lebensunterhalt durch Kartenlegen und Wahrsagen verdienen.

Die modernen Niederlande als fortschrittlicher Benelux-Staat sind für ihren Liberalismus und ihren weltoffenen, den ganzen Globus umfassenden Handel mit schlichtweg allem, was sich kaufen und verkaufen lässt, bekannt. Dieser Handel begann sehr früh, mit der niederländischen Schifffahrt im 16. und 17. Jahrhundert, die sich ein Imperium aufbaute und das Königshaus von Orange-Nassau zu einem der wohlhabendsten Adelshäuser in ganz Europa machte.

Die niederländische Handelsmarine eroberte nach dem Imperialismus, der die Niederländer zu Kolonialherren in bestimmten Gebieten von Südastasien und in der Karibik machte, auch den kommerziellen Weltmarkt und überschwemmte die Nachbarländer mit teuren, hochwertigen Importen von Gewürzen, Seide, Möbeln und – Tulpen. Denn die angeblich „holländische Blume“, deren Gewicht früher in Gold aufgewogen wurde, stammt aus dem vorderen Orient und wurde erst von den Seefahrern der frühen Neuzeit als begehrtes Konsum- und Verkaufsgut entdeckt.

Wie man mit einer Blume in die Zukunft sehen kann, wollen Sie wissen? Nun denn, fangen wir an…

Rosen sind die Blumen der Liebe? Mitnichten – Tulpen sind es! Wenn Sie jemanden Interessantes kennengelernt haben und wissen wollen, wie es weitergeht, kennen die Niederländer einen fantastischen und einfachen „divinatorischen“ Trick: sie pflanzen eine Blumenzwiebel, meist eine Tulpe, in einen Topf mit guter Blumenerde und tätscheln die Erde rund um die Zwiebel gut fest, im liebevollen Gedanken an den Neuen.

Wenn die Blume zu wachsen anfängt, schenken Sie ihr bitte Ihre volle Aufmerksamkeit und denken Sie täglich an „ihn“, während Sie sie gießen. Nach einigen Wochen sollte aus der unscheinbaren Blumenzwiebel vom Anfang eine stolze Blume gewachsen sein. Und die verschenken Sie – natürlich „ihm“…

Wie dieser Zauber-Trick mit Orakelwirkung eigentlich funktioniert? Auf der Basis der sogenannten Sympathiemagie: die Tulpenzwiebel repräsentiert „ihn“, und das Wachsen und Gedeihen der Blume wird zum Symbol für das Wachsen und Gedeihen der Bekanntschaft. Ähnlich, wie man früher (und manchmal heute noch, in ländlichen Gebieten) bei der Geburt eines Kindes einen Baum im Garten pflanzte, dessen Wachstum die gute Gesundheit des Kindes symbolisieren soll. Nur ist das Einpflanzen eines Baums bei jeder neuen Bekanntschaft etwas umständlich, deshalb nehmen Sie besser eine Blumenzwiebel…

Noch ein divinatorischer Trick aus der Zauberkiste der reisefreudigen Holländer finden wir in den Büchern über die Verwendung der exotischen Gewürze. Die Vanille gehörte einst zu den wichtigsten Import-Export-Gütern der niederländischen Handelsmarine, und Vanilleschoten aus tropischen Gebieten waren überall hoch im Kurs – nicht zuletzt als sogenannte Aphrodisiaka, also die Lust fördernde Mittel.

Sie können nun „ihm“ bei seinem nächsten – oder ersten – Besuch bei Ihnen zuhause etwas Vanille in sein Dessert mischen, was ihm sicherlich gut schmecken und ihn sinnlich beflügeln wird (Sie brauchen es ihm ja nicht zu verraten), oder, wenn Sie ein Faible für Geheimnisse haben, gehen Sie noch subtiler vor und verstecken Sie eine Vanilleschote, mit rotem Garn zusammengebunden mit etwas frischer Pfefferminze und einer Chilischote, unter dem Bett…



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