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Orakel international - Protugal: Tiere sagen die Zukunft voraus

Orakel international - Protugal: Tiere sagen die Zukunft voraus

Portugal – für Viele das schönste Land auf der iberischen Halbinsel! Die traumhaften Strände der blaugrünen Algarve oder die malerische Altstadt der Hauptstadt Lissabon, dem „Paris am Atlantik“, flackern verheißungsvoll vor dem inneren Auge auf, wenn man den Namen Portugal hört.

Doch das südeuropäische Land mit den reichen Natur- und Kunstschätzen ist nicht nur ein äußerst beliebtes Touristenziel und verdrängt dadurch den Nachbarn Spanien fast vom Platz der Beliebtheitsskala, sondern hat auch kulturell einiges zu bieten.

Die portugiesischen Seefahrer eroberten im 15. und 16. Jahrhundert Südamerika, insbesondere Brasilien, das gigantische Land von Fußballstar Cristiano Ronaldo, in dem heute noch portugiesisch gesprochen wird, und Madeira, die zauberhafte Blumen-Insel, sowie Kolonien in Afrika und Asien.

Weltläufigkeit, kosmopoliter Geist, Sinn für Schönheit und ein internationales Flair ist deshalb in Portugal seit jeher zuhause und gehört auch zu den Erkennungskennzeichen der portugiesischen Mentalität. Melancholie und Gefühlstiefe kommen ebenfalls hinzu, am besten verkörpert im nationaltypischen Gesang, dem „Fado“, einem sentimentalen Musikstil aus den Armenvierteln Lissabons, der das Leiden am Leben und den Weltschmerz, die verlorene Liebe und die Nostalgie besingt.

Doch auch die eigene Zukunft und ihre Vorausschau beschäftigt portugiesische Bürger sehr, und verschiedene Arten von Aberglauben und Orakeltechniken gehören zum Alltag. Die berühmtesten Orakel aus dem Land der Träumer und Welteroberer haben kurioserweise mit Tieren zu tun: schon das Nationalmaskottchen Portugals, der bunte Hahn, geht auf eine divinatorische Legende zurück.

Einmal im Mittelalter, als es noch die Todesstrafe gab, soll ein Unschuldiger zum Tod verurteilt worden sein. Als er zum Galgen geführt wurde, rief er aus, dass er unschuldig sei – so unschuldig wie der Hahn, den der Richter sich gerade zum Essen servieren ließ. Kaum war das gesprochen, stand der gebratene Hahn auf und krähte, berichtet die Legende. Aus dem Verhalten von Tieren das Schicksal zu deuten, ist nicht nur eine Erzählung, sondern auch ein Orakeltrend, der hier besonders zuhause ist…

Die Zoomantie ist das Wahrsagen aus dem Verhalten von Tieren. Der Name „Zoomantie“ leitet sich vom griechischen Wort „zoon“ für Tier und „mantein“ für wahrsagen ab. Sie gehört zu den ältesten Orakeltechniken der Welt und wird seit der Antike praktiziert, wie wir aus historischen Quellen wissen; erstmals in dokumentierter Form wurde sie von den römischen Sehern, den sogenannten Augen, in Ritualen durchgeführt.

Die Auguren waren speziell ausgebildete Orakelpriester, die aus dem Verhalten der Tiere, insbesondere dem Vogelflug (auspicium) Deutungen für die nahe oder ferne Zukunft ablesen wollten.

Doch nicht nur der Flug der Vögel, sondern auch ihr ess- und Paarungsverhalten spielten eine Rolle bei Orakeltechniken: so sagte angeblich der Appetit der heiligen Gänse, die im Tempel auf dem kapitolinischen Hügel in Rom gehalten wurden, etwas über Sieg oder Niederlage der römischen Armee auf ihren Feldzügen aus, oder die Paarungsbereitschaft der Sperber und Habichte etwas über Erfolgsaussichten von arrangierten Ehen in Patrizierhäusern(1).

Ähnliche Orakel praktizierte man bis vor kurzem noch (und im Verborgenen noch heute) in Portugal, wo das Verhalten der Vögel Aufschlüsse über die Zukunft der Menschen geben sollte: der berühmte „Hahn von Portugal“ war ein Tierorakel, das durch sein Krähen über die Unschuld eines Verurteilten aussagte.

Ähnliche „zoomantische“ Praktiken gibt es in Portugal überall: noch immer, wie in der Antike, sieht man im Vogelflug Zeichen am Himmel, die etwas Gutes oder Schlechtes bedeuten, oder man interpretiert das Verhalten der Katzen und Hunde (denn der Hund ist bekanntlich der beste Freund des Menschen) als „Vorbedeutung“ für kommende Ereignisse, die den Halter betreffen.

Wedelt der Hund freudig mit dem Schwanz, wenn er seinen Herrn begrüßt? Dann ist dessen Vorhaben von Glück begleitet. Faucht die Katze plötzlich ohne erkennbaren Grund und sträubt das Fell? Dann wünscht ihrem Herrchen oder Frauchen jemand insgeheim etwas Böses. Begegnet man plötzlich einem Schwarm wilder Vögel, die sich auf dem eigenen Hausdach niederlassen, so bedeutet das einen unerwarteten Besuch, nach anderen Lesarten auch eine kommende Krankheit.

Wie man Zoomantie praktiziert, ist nämlich nicht ganz eindeutig festgelegt, denn es gibt unterschiedliche Systeme der Zuordnung von tierischem Verhalten und Zukunftsblick; es hat grundsätzlich viel mit Erfahrung zu tun und stellt im Grund eine subtile Form von Tierkommunikation dar. Doch das ist wieder eine andere Geschichte...

(1) Patrizier: römische Adelsfamilien



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