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Orakel in Spanien - Zukunftsdeutung in den Farben der Sonne

Orakel in Spanien - Zukunftsdeutung in den Farben der Sonne

Bleiben wir vorläufig noch im Mittelmeerraum auf unserer Weltreise der Orakel, so finden wir in Spanien den nächsten faszinierenden Haltepunkt. Das sonnige Land der blitzenden Dolche und klingenden Kastagnetten, des Flamencos und der leidenschaftlichen Liebe hat auch in puncto Zukunftsdeutung einiges zu bieten. Vielleicht erinnern wir uns im Zusammenhang von „Spanien und Orakel“ noch an den Oktopus Paul, welcher die Ergebnisse der Fußball-Weltmeisterschaft Deutschland gegen Spanien im Jahr 2008 korrekt vorhersagte.

Doch dieser prophetische Krake ist eher eine Anekdote. Blickt man jedoch tiefer in die Landesgeschichte Spaniens, so findet man interessante Techniken der Zukunftsschau und der Orakelkunde, sowie – wie könnte das nur fehlen – auch der Liebeszauber, um abspenstige Liebhaber gefügig und die stolzen Schönen zugänglich zu machen.

Landesgeschichtlich sind drei Einflüsse zu nennen: die Dominanz der katholischen Kirche mit ihren Riten und Feiertagen, die oft auch in magische Handlungen eingebunden wurden (es gab bestimmte Orakel für Ostern, für den Weihnachtstag und die Feiertage von katholischen Heiligen), dann die noch ältere urgeschichtliche Tradition der Menhire, die in Frankreich, Portugal und Spanien stehen und als magische „Kraftorte“ gelten, sowie die alte landestypische Volksmagie mit Zutaten aus dem Bereich der Steine und Kräuter, auch „brujeria“ genannt.

Alles zusammen ergibt eine ungewöhnlich explosive Mischung, die nirgendwo sonst auf der Erde zu finden ist und den sagenhaften Zauber Spanien vielleicht noch ein wenig dunkler und mysteriöser macht…

Wer bei Spanien gleich an Sonne, Strand und Meer denkt, hat Recht – auch in Sachen Orakel. Es gibt auf der iberischen Halbinsel eine Vielzahl von Orakeln und energetischen Handlungen, die unmittelbar mit dem Strand und den dort zu findenden Zutaten verbunden sind – Muscheln zum Beispiel gelten als Repräsentanten der Venus und werden daher gern bei Liebesorakeln benutzt.

Der einfachste spanische Liebeszauber funktioniert so: man sucht sich am Strand eine besonders schöne, intakte Muschel aus und pulverisiert sie in einem Mörser zu feinem Staub (das kostet etwas Arbeit, aber der Aufwand soll sich lohnen). Dann streut man einen Teil des Staubes unter sein Bett, einen zweiten Teil auf den Strand, wo man die Muschel gefunden hat, und einen dritten Teil aufs Meer. Dabei murmelt man ein Gebet – im katholischen Spanien natürlich oft an die Jungfrau Maria, die, obwohl jungfräulich, als Schutzpatronin auch der sinnlichen Liebe galt, oder an die antike Göttin der Liebe, Venus. Dieses Ritual sollte man in aller Stille, ohne Zuschauer und bevorzugt abends, beim Aufgang des Mondes oder des Abendsterns (Venus), vollziehen, und wenn möglich an einem Freitag.

Die Sage geht, dass man nicht nur sehr viel anziehender wirken soll – der Göttin sei Dank – sondern auch binnen eines Mondzyklus´ den neuen Partner finden sollte. Sollte dieser Zauber aber noch nicht gewirkt haben, kann man ihn bis zu dreimal wiederholen, natürlich immer mit einer neuen Muschel. Da wir schon beim Thema „Muschel-Suchen“ sind, soll nicht unerwähnt bleiben, dass die spanische Triton-Muschel (die große geschlungene Schneckenmuschel, auf der man „tröten“ kann) auch prophetische Eigenschaften haben soll.

Magier und Wahrsager benutzen sie seit jeher, um ihre Sehergabe zu verstärken, denn es wird gesagt, dass sie, die aus den Tiefen des Meeres stammt, die Kraft habe, alle Visionen zu verstärken und Geheimnisse zu offenbaren. Sehen wir also eine solche Muschel im Büro eines modernen Hellsehers, ist es mehr als ein dekorativer, maritimer Schmuck. Das Wasser, als Element der Emotionen und der Intuition, steht überall im Ruf, die prophetische Gabe zu intensivieren, und das gilt auch für seine Schätze, die Muscheln, die ebenfalls Orakelkraft besitzen sollen. „Vamos a la playa“ also – ab an den Strand…



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