Freie Berater Amrei Katherina Suria Maggy Eva Ulrike Luzia Yvonna Anita
Berater im Gespräch Elisabetha Fina
Berater wird gerufen

» mehr Berater anzeigen... «


Die Weihnachtszeit und die Ziele der Menschen

Die Weihnachtszeit und die Ziele der Menschen

Wem stimmen Sie zu?

Huuup, krach! Im Zentrum von New York war wieder endloses Verkehrs-Chaos – wie alljährlich vor Weihnachten. Die strahlend mit adventlicher Leuchtreklame erhellten Geschäfte hatten bis tief in die Nacht geöffnet, bunte, nicht abreißen wollende Ströme von Touristen aus aller Welt blockierten das Zentrum der Metropole und erstreckten sich bis in die Seitenstraßen, Autofahrer hupten seit Stunden ungeduldig.

„Jedes Jahr zu Weihnachten derselbe Stress!“ wetterte der Taxifahrer im schon stark verschrammten gelben Wagen, als er im Schritt-Tempo über die verschneite Fahrbahn vor dem Rockefeller Center ruckelte. Zwei Fahrgäste auf dem Rücksitz betrachteten nachdenklich die mit Autos und Menschenmengen fast verbarrikadierte Straße.

Der eine stimmte dem Taxifahrer ärgerlich zu: „Da passiert vor 2000 Jahren etwas, und heute ist hier noch immer ein unnötiger Ausnahmezustand!“ Der andere Fahrgast war philosophischer gestimmt und meinte versonnen: „Kaum zu glauben, dass ein kleines Kind in der Krippe heute den Verkehr in New York aufhält!“

Wem stimmen Sie persönlich zu – dem gestressten Taxifahrer und seinem ärgerlichen Gast, der nicht schnell genug ans Ziel kommt, oder dem Philosophen auf der Rückbank, der die Fern-Wirkung eines Kindes erkennt? Wer hat überhaupt ein Ziel – der Taxifahrer, der mit seiner Leistung Geld verdienen muss, der genervte Fahrgast, der zu spät zum Businesstermin kommen wird, oder der Philosoph, der mitten im Verkehrs-Chaos Zeit findet, um über Ursachen und Wirkungen zu spekulieren, oder alle?

Ziele formulieren

„Ziele formulieren“ ist ein Merksatz, der seit Jahrzehnten in zahlreichen Seminaren und Lebensratgebern in der Endlosschleife läuft. Wir alle wissen mittlerweile, wie man Ziele formuliert und mit viel Anstrengung anstrebt, doch unsere Lebenserfahrung vieler Jahre lehrt uns auch, dass wir – nicht nur im Schnee-Trubel einer chaotischen Hauptstadt – vom Weg abkommen, blockiert werden oder kaum je unsere Ziele erreichen.

Wir alle wissen auch, dass gerade der Advent nicht immer eine besinnliche Zeit ist und Weihnachten eine Facette von Kitsch und Kommerz haben kann, die die wohlwollendsten Gemüter verärgert, ja dass Weihnachten für viele keine Zeit des Glücks ist, sondern der Konflikte.

Bei sich selbst ankommen

Eine spirituelle Sicht auf die Dinge zu haben bedeutet nun nicht, dass man automatisch frei ist von Enttäuschungen, oder dass man über allem stünde, was uns im Menschlichen begegnet, verärgert, blockiert, dass man die Kälte auf der Straße nicht erfahren und den Ellbogenstoß des lieben Mitmenschen nicht spüren würde. Unempfindlichkeit ist nicht das Versprechen von Weihnachten – Weihnachten verspricht keine makellose Zeit ungetrübter Freude und keine „Zielerreichung“ im pragmatischen Sinn, wie viele laute Life-Coaches sie anpreisen.

Der spirituelle Sinn von Advent ist ein ganz leiser Sinn, so leise, dass man ihn überhört, nicht wahrnimmt im Getriebe. Die Zeit vor Weihnachten ist ein Ankommen bei sich selbst und ein Erfassen, welche Ursachen man selbst gesetzt hat, welche man setzen möchte.

Kleine Ursache - Große Wirkung

So wie das Kind in der Krippe auf seine unaufdringliche Weise die Welt verändern kann, wenn man es zulässt, so kann ein Zeichen, dass Sie heute setzen, Ihre Welt morgen und für immer verändern. Ist es nicht wundervoll, wie vermeintlich „kleine Ursachen“ große Wirkungen haben können? Advent ist heute für viele Menschen unabhängig von ihrer Religion und Weltanschauung eine Zeit, um anzukommen bei sich selbst und die Ursachen zu prüfen, mit denen sie Lebens-Welt gestalten.


Favoriten öffnenX