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Orakel international - Handlesen als Kunst der Charaktererkennung

Orakel international - Handlesen als Kunst der Charaktererkennung

Die Camargue ist ein Teil Frankreichs – Kenner meinen, nicht einfach irgendein Teil Frankreichs, sondern die schönste Ecke. Wenn man Frankreich als „Hexagon“ ansieht, als großes Sechseck, dann findet man die Camargue auf der Landkarte im unteren südlichen Zipfel, zwischen dem Delta des Flusses Rhône und dem Mittelmeer.

In einer Schwemmlandebene im Gebiet der Provence angesiedelt, ist die rund 1000 Kilometer große Ebene eine grüne und gewaltige Landschaft, die so urwüchsig ist, dass Naturliebhaber von ihr schwärmen. Berühmt sind die wilden Pferde der Camargue, sowie die wunderschönen Küstengegenden, die eine Nähe zu den malerischsten Naturhäfen offerieren.

Verwunschene kleine Fischerdörfer, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammen, bieten dem Einheimischen und heute auch dem Touristen Spezialitäten der Region, vor allem die wunderbare nach Safran duftende Fischsuppe „Bouillabaisse“ an und zahlreiche Köstlichkeiten aus dem Meer, verbunden mit einem schmackhaften Wein aus dem Rhône-Delta, das auch ein Anbaugebiet edler Tropfen ist.

Besonders bekannt ist allerdings auch der mystische Ort Les-Saintes-Maries-de-la-mer in der Camargue, wo alljährlich ein großes Fest des sogenannten Fahrenden Volkes (ethnisch Sinti und Roma) gehalten wird, das mit einer Darbietung von Orakelkünsten begleitet wird.

Eine Besonderheit der sogenannten Zigeuner-Orakel ist hierbei das Handlesen, das eine uralte Kunst ist, deren Ursprung sich im Dunkel der Geschichte verliert. Wer Les-Saintes-Maries-de-la-mer besucht, kann sich selbst sein Schicksal aus der Hand lesen lassen… Das sogenannte Handlesen (griechisch „chiromantie“, von „chiros“, Hand, und „mantia“, Orakel) ist eine faszinierende Orakeltechnik mit recht präzisen Ergebnissen, die wahrscheinlich schon seit Tausenden von Jahren in der Geschichte der Menschheit existiert.

Sie gehört zu den sogenannten anthropologischen Orakeln, da der Mensch selbst, hier: ein Körperteil, nämlich seine Hand, als Grundlage des Orakels dient. Der menschliche Körper ist also zugleich das Werkzeug dieses Orakels, es ist ein körperbezogenes Orakel, das zum Wahrsagen ohne andere Hilfsmittel wie etwa Kugeln oder Karten auskommt.

Wer die Handlesekunst eigentlich erfunden hat, ist nicht überliefert; es ist wahrscheinlich so, dass die alten Griechen, die psychologische Meister in der Erkennung von Charakteren waren, versucht haben, Charakterzüge in den Gesichtern (Physiognomie) und eben auch in der Hand (Chiromantie) wiederzufinden.

Später wurde das Handlese-Orakel vor allem vom sogenannten Fahrenden Volk praktiziert, das wie Nomaden durch die europäischen Lande zog und unterwegs sein Brot verdiente, indem es Gelegenheitsarbeiten oder eben auch Künste und Orakeltechniken anbot. (Einen literarischen Nachhall dieser Tradition finden wir in Victor Hugo´ s berühmten Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“, wo die schöne Zigeunerin Esmeralda vor einem begeisterten Publikum Orakel ausführt).

Auf diese Weise hat sich die uralte Technik des Handlesens in der Alltagskultur erhalten und stellt auch heute noch – oder wieder – einen begehrten Blick in die Zukunft, oder in die Persönlichkeit eines Ratsuchenden, dar. Aber wie funktioniert das Handorakel genau?

Zunächst unterscheidet der Handleser in der Handinnenseite (rechts, beim Rechtshänder, und links, beim Linkshänder) drei Hauptlinien: Kopflinie, Herzlinie und Lebenslinie. Aus der Stärke und Form dieser Linien kann er bereits Grundlegendes zum Charakter der Person ablesen.

Ist die Herzlinie zum Beispiel stark und tief, so hat die Person intensive Gefühle, ist sie dagegen flach, so ist er emotional kühl und nur wenig an Beziehungen interessiert. Differenzierter und aussagekräftiger wird die Analyse, wenn der Handleser noch die „Schicksalslinie“, die vertikal verläuft, und die zahlreichen Verzweigungen hinzunimmt und die Größe und Form der Nebenlinien beachtet: da gibt es Punkte in der Handinnenfläche, Dreiecke, sternförmige Linienverkettungen und auch sogenannte „Inseln“, wenn zwei Linien einen Kreis bilden, und all das hat eine Bedeutung in Bezug auf den einzigartigen Charakter der Person, die dem Handleser gerade gegenübersitzt.

Es ist also eine richtige kleine Wissenschaft, zu erforschen, welche Schicksals-Züge jeder Mensch buchstäblich „in der Hand“ hat…



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