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Orakel international - Indien: Jyotisha, das vedische Horoskop

Orakel international - Indien: Jyotisha, das vedische Horoskop

Indien ist nicht nur ein Land, sondern zugleich auch ein gewaltiger Subkontinent: Das 1,3 Milliarden Einwohner starke Reich zwischen Himalaya und Ganges hat faszinierende Orakel zu bieten: das Wahrsagen aus leuchtenden Kugeln, die Sagen umwobene Palmblatt-Bibliothek, in der das Leben und Schicksal heute lebender Menschen beschrieben sein soll, und natürlich auch die vedische Astrologie.

Denn bei der indischen oder vedischen Astrologie handelt es sich um ein Orakel- und Psychologie-System, das ähnlich wie die chinesische Astrologie am Mondjahr statt am Sonnenjahr orientiert ist. Forscher bezeichnen daher chinesische und indische Horoskop-Kunst als eine „lunare“ Astrologie, im Gegensatz zu dem westlichen „solaren“, an der Sonne orientierten Horoskop. Doch was hat es mit der vedischen Astrologie auf sich? Zunächst: sie ist absolut zeitgemäß, denn auch im heutigen Indien wird sie von Millionen Menschen angewendet.


Die meisten der heutigen begeisterten Nutzer des "vedic horoscope" sind natürlich Buddhisten oder Hinduisten, da Buddha bekanntlich aus Indien stammt und der Hinduismus dort die älteste Religion ist. Als "vedisch" wird das indische Horoskop bezeichnet, weil die Veden (Weisheitstexte) die Urform des Hinduismus bewahren und eine geistige Matrix für das Astrologie-Wesen darstellen.

Findige Internet-Experten haben auch längst Tabellen und Systeme entwickelt, mittels derer man sich sein eigenes vedisches Horoskop ganz einfach aus den Geburtsdaten berechnen kann (Konvertierung). Doch was macht die vedische Horoskop-Kunst aus, und weshalb ist sie auch für uns im Westen so ansprechend? Schauen wir einmal hinter die Kulissen des Geschehens und sehen wir nach dem Wesen der Sternenkunde...

Die indischen Veden sind alte Weisheitstexte – Rigveda, Samaveda, Yajurveda und Atharvaveda gelten als die vier heiligen Bücher, auf die sich der Hinduismus, eine der ältesten Religionen der Welt, stützt. In dem 6000-7000 Jahre alten Rigveda wird beschrieben, wie das Universum entstanden ist, und es finden sich interessante Passagen darin, die Astronomen von heute staunen lassen, denn die alten Inder wussten schon, dass eine Galaxie nicht statisch ist, sondern sich dynamisch ausdehnt, in Form der Sonnenwirbel.


Diese Sonnenwirbel, die spiralförmig in alle vier Himmelsrichtungen ausstrahlen, sind übrigens auch die geistige Inspiration für das Symbol der vierkantigen Swastika, das sich von Indien kommenden in den Nahen Osten, nach Ägypten, Griechenland, Kreta, Zypern und bis in die keltische Kultur ausgebreitet hat. Doch die Veden haben noch viel mehr vorzuweisen als diese, bereits überraschend präzise und wahre, Beschreibung von Himmelskörpern und ihren Bewegungen, sie legen auch die Basis für eine astrologische Berechnung, die sich exakt nach dem Mondjahr orientiert.

Wann genau die vedische / indische Astrologie erfunden wurde, ist Historikern unbekannt, denn die genaue Datierung verliert sich wohl im Dunkel der Geschichte. Prinzipiell ist das vedische Horoskop – das Jyotisha –ähnlich wie das chinesische, das auch am Mondjahr orientiert ist und ebenfalls 12 Sternzeichen zu je 30 oder 31 Tagen aufweist, die hier „Rahis“ genannt werden.

Die vedischen Sternzeichen sind im Vergleich mit dem uns bekannten westlichen Horoskop systematisch um 24 Grad zurückversetzt, das heißt, wer nach dem westlichen Horoskop ein Steinbock ist, gilt im Jyotisha als Schütze, oder wer hierzulande ein gemütlicher Stier ist, gilt in Indien als leidenschaftlicher Widder. Welches vedische Sternzeichen man hat, hängt nach hinduistischem und buddhistischem Glauben vom Karma ab – der persönlichen moralischen und spirituellen Bilanz.


Denn das gute Karma manifestiert sich in einem erfreulichen „Rashi“, das schlechte aber in einem problematischen Horoskop. Denn der Charakter ist Schicksal, glaubt man (nicht nur) in Indien…


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